Fastenzeit und Verzicht: Komm raus aus dem Mangel und schau, was deine Werte sind

Bist du auch einer der Menschen, die sich in der jetzigen Fastenzeit etwas vorgenommen haben? Weniger Süßes, Alkohol oder Rauchen? Um mal so einige Klassiker zu nennen. Das gleiche haben sich ja am Anfang des Jahres auch schon viele Menschen vorgenommen, dort besser bekannt unter "Vorsätze". Doch kurzfristig gesetzte Ziele verpuffen meist schnell, wenn sie mit der falschen Mentalität angegangen werden.

 

Leg dein Mangel-Denken ab und entwickle eine Überfluss-Mentalität

 

Wichtig in deiner Persönlichkeitsentwicklung ist nämlich allgemein, dass du aus einem Mangel-Denken rauskommst, um deine Ziele zu erreichen. Leute, die nun ganz bewusst bei einer Sache fasten, beschäftigen sich nämlich gedanklich sehr oft mit ihrem Verzicht. Du musst dich gedanklich immer damit beschäftigen, was du willst, nicht mit dem, was du nicht willst. Dann weiß deine Energie auch, wo sie hinfließen soll.

Nehmen wir den Klassiker Schokolade oder allgemein Süßigkeiten. Wenn ich mich gedanklich den ganzen Tag damit beschäftige, dass ich auf die Schokolade verzichten muss und dass ich sie vermisse, dann wird die Lust auf ein Stück Schokolade wahrscheinlich immer größer. Where attention goes, energy flows! Deshalb solltest du dich immer mit der Kehrseite deines Verzichtes bzw. deines Vorsatzes beschäftigen. Was ist denn der Vorteil, den ich daraus ziehe? Was kann ich stattdessen essen? Was könnte ich tun, wenn die Lust auf Schokolade mich überfällt und ich eigentlich widerstehen will?

 

Ich ernähre mich vegan. Verzicht? Nein, das genaue Gegenteil.

 

Ich nehme ein Beispiel aus meinem Leben, das viele Menschen als ganz klassischen Verzicht sehen würde: Ich ernähre mich vegan. Für viele der Inbegriff von "Da muss ich ja total verzichten", "Da kann ich ja gar nichts essen", "Da fehlen mir doch total viele Sachen". Ich habe über die Jahre allerdings genau die richtige Mentalität entwickelt. Ich beschäftige mich gedanklich mit den Vorteilen der veganen Ernährung, und nicht mit dem, was mir dadurch fehlt. Ich vermisse kein Fisch, Fleisch oder Käse, genau deshalb, weil ich mich gedanklich einfach nicht damit beschäftige. Ich denke nicht: "Oh, jetzt vermisse ich aber meine Frikadelle" oder "Also ich könnte nicht ohne Käse", sondern ich schalte mein Gehirn ein und frage mich, was ich denn stattdessen essen kann. Ich lebe gedanklich in der Vielfalt der veganen Ernährung, nicht in dem angeblichen Verzicht dieser Ernährungsweise. Mal abgesehen davon kann man vegan wirklich unglaublich vielfältig essen, und wenn man will, kann man sich auch eine vegane Frikadelle, Schnitzel oder Würstchen kaufen.

 

Wenn ich z.B. einkaufen gehe, dann gehe ich nicht wehmütig an den Regalen voller Tierprodukte vorbei und weine diesen hinterher, sondern ich gehe einfach schnurstracks zu den Regalen, wo ich weiß, dass ich dort fündig werde. Für mich hätte es inzwischen null Reiz, tierische Produkte zu essen. Ich habe dem einfach immer weniger gedankliche Energie über die Jahre zukommen lassen. Und was immer wieder in deinem Kopf passiert, das wird auch Realität. Kein Psycho-Spruch, sondern die Wahrheit. :)

 

Genau wie bei Dingen wie Schokolade, Süßigkeiten und Co. Ich beschäftige mich gedanklich einfach nicht mit den Vorzügen leckerer Schokolade, sondern mache mir über andere Dinge Gedanken, die ich essen kann, um satt zu werden. Ich esse schon mal ein Stück (vegane) Schokolade, ja. Aber nicht regelmäßig konsummäßig, sondern aus Genuss. Ich habe auch über die Jahre eine unglaubliche Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln entwickelt. Ich weiß meine Privilegien extrem zu schätzen. Ich bin wirklich sehr dankbar dafür, über solch eine Vielfalt an Lebensmitteln zu verfügen, und werde das auch mein Leben lang bleiben. Das macht es mir leicht, Lebensmittel bewusst zu genießen, anstatt sie aus reinen Konsumgewohnheiten oder aus Frust in mich reinzustopfen.

 

Sind deine Fastenziele und Vorsätze mit deinen Werten zu vereinbaren?

 

Jetzt wird es ganz wichtig. Wenn du wirklich deine Ziele möglichst glücklich, erfüllt und schnell erreichen willst, dann müssen diese mit deinen menschlichen Werten übereinstimmen. Wie meine ich das? Fast jeder Mensch auf der Welt redet ja z.B. darüber, dass Gesundheit das allerwichtigste im Leben ist. Wir stellen fest: Das stimmt auch! Es ist wirklich das wichtigste, denn ohne Gesundheit ist nichts irgendetwas wert. Wenn du krank bist, dann leidest du, dein Umfeld, und du kannst keine guten Leistungen erbringen. Du fühlst dich einfach schlecht. Wie ist es aber nun bei ganz vielen Menschen, wenn man sich mal deren Gewohnheiten anschaut? Da muss man sich ja nur mal im eigenen Umfeld umschauen. Wird bei den Menschen der Wert Gesundheit auch wirklich gelebt? Reden die Leute nicht nur darüber, wie wichtig doch die Gesundheit ist, sondern tun auch aktiv etwas dafür? Sehr viele Menschen nicht! Ich kann glücklich behaupten, dass Gesundheit nicht nur einer meiner wichtigsten Werte ist, sondern ich diesen auch stark lebe. Ich ernähre mich gesund (natürlich auch nicht immer perfekt, aber die Gewohnheiten passen), treibe regelmäßig Sport, trinke viel Wasser und tue meiner Seele durch viel Persönlichkeitsentwicklung gut.

 

Nun habe ich auch noch weitere Werte, die mir sehr wichtig sind. Ich zähle dir mal ein paar auf:

  • Liebe
  • Frieden
  • Umweltbewusstsein
  • Gerechtigkeitssinn
  • Hilfsbereitschaft
  • Dankbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Das ist mir jetzt innerhalb von weniger als einer Minute eingefallen. Diese Werte will ich nicht nur gedanklich mit mir rumschleppen, sondern auch aktiv in die Welt tragen. Und jetzt schau dir noch mal meine Werte an und denke daran, dass ich mich vegan ernähre. Meine Ernährung lässt sich extrem gut mit meinen Werten vereinbaren, denn durch eine vegane Ernährung kann ich die erwähnten Werte perfekt leben. Es geht Hand in Hand! Deshalb fällt es mir auch super leicht und ist für mich keinerlei Verzicht. Eine vegane Ernährung entspricht einfach meinen Werten und meiner Persönlichkeit. Es ist für mich Überfluss und ein Geschenk, kein Verzicht und kein Mangel an irgendetwas.

 

Ich schaue z.B. auch nicht fern. Jetzt wirst du dir wahrscheinlich sagen: "Der Typ wird mir immer komischer." Kannst du gerne denken, nehme ich als Kompliment. Nein, ich gucke wirklich seit 1-2 Jahren kein Fernsehen mehr. Aber auch dort beschäftige ich mich wieder mit der gedanklichen Gegenseite. Was habe ich dadurch für Vorteile? Ich kann mich in der Zeit stattdessen persönlich weiterentwickeln und kann meine Werte wiederum gut leben. Deshalb vermisse ich auch fernsehen null Komma null. Ich treffe Entscheidungen, weiß, was mir wichtig ist, und lebe auch dort meine Werte. Ich lebe ja den Wert Gesundheit sehr stark, und fernsehen schauen wirkt sich sowohl körperlich als auch psychisch schädlich auf die Gesundheit aus. Ich habe einfach nichts davon. Außerdem ist ein Fernseher auch eine Einkommens-Vernichtungsmaschine. Das ist aber noch ein anderes Thema, dem ich auch noch einen Blog in Zukunft widmen werde.

 

Lass dir meine Worte in diesem Blog mal zu Herzen gehen und frage dich:

  1. Was sind meine wichtigsten Werte? Und welche lebe ich vor allem auch?
  2. Sind diese Werte mit meinen Vorsätzen, Zielen und Fastenzeit-Vorhaben zu vereinbaren?
  3. Was sind die Vorteile meiner Ziele, was habe ich konkret davon? Raus aus dem Mangel-Denken, rein in den gedanklichen Überfluss!
  4. Welche Gewohnheiten muss ich haben, um diese Vorhaben auch wirklich zu schaffen? Denk daran: Willst du eine Gewohnheit in deinem Leben installieren, so musst du sie erst mal im Kopf aufbauen. Gedanken sind immer das erste Glied in der Kette.
Wenn ich dir bei der Umsetzung irgendwelcher Ziele helfen kann, so melde dich doch bei mir.
Fastest du irgendwo? Hast du spezielle Vorsätze? Ich würde gerne mit dir in eine Diskussion kommen.
Liebe Grüße,
Alexander Bitting
Coach und Buchautor im Bereich Persönlichkeitsentwicklung

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