Interview mit Tischtennis-Profi Stefan Fegerl von Borussia Düsseldorf (Österreichs Nr. 1)

Alexander Bitting: "Lieber Stefan. Spielt mentales Training und Persönlichkeitsentwicklung in deiner Karriere als Profisportler eine Rolle? Inwiefern trainierst du diese Aspekte?"

 

Stefan Fegerl: "Die persönliche Entwicklung spielt, denke ich, für den eigenen Spielstill auf jeden Fall eine Rolle. Je nach Charakter spielt man auch ein eigenes Tischtennis danach. Ich mache allerdings kein mentales Training."

 

Alexander Bitting: "Kannst du dich an konkrete Situationen erinnern, in denen dich eine mentale Schwäche, fehlender Mut oder Angst ausgebremst haben? Was hast du aus dieser Situation

gelernt?"

 

Stefan Fegerl: "Ich habe fast jedes Spiel von mir im Kopf. Natürlich kommt es da vor, dass man bei fehlendem Mut verliert. Dadurch, dass ich so viele Wettkämpfe habe, kann bzw. werde ich mich nicht allzu lange mit einem verlorenen Spiel

beschäftigen. Kurze Analyse, um zu lernen, was ich taktisch besser oder mutiger (mehr riskieren) verändern hätte können. Danach geht der Blick wieder nach vorne."

 

Alexander Bitting: "Was macht deiner Meinung nach einen mental starken und selbstbewussten Tischtennisspieler am meisten aus? Fällt dir jemand aus der Szene ein, der in diesen Bereichen besonders stark ist?"

 

Stefan Fegerl: "Das ist ein Spieler, der immer sein Niveau bzw. seine Leistung abrufen kann. Egal bei welchem Turnier oder Wettkampf. Bestes Beispiel glaube ich ist Timo Boll."

 

Alexander Bitting: "Fünfter Satz, Spielstand von 9:9 oder sogar Matchball gegen dich. Was rätst du auch Hobbyspielern, mit welcher mentalen Einstellung sie in eine solch spielentscheidende Situation gehen sollen?"

 

Stefan Fegerl: "Bei so einem Stand sollte man immer die Taktik im Kopf haben. Mit welchen Bällen habe ich die meisten Punkte

gewonnen? Genau in so einem Augenblick sollten Spieler an diese Dinge denken. Zusätzlich sollte das Ergebnis nicht eine Rolle spielen in deinem Kopf. Das macht dich nur nervös."

 

Alexander Bitting: "Hast du konkrete Übungen, Büchertipps und Co., wie Tischtennisspieler an ihrer mentalen Stärke und ihrer Persönlichkeit arbeiten können, um ihren sportlichen Erfolg zu erhöhen?"

 

Stefan Fegerl: "Ich habe keine speziellen Übungen dafür. Mein Ratschlag ist es, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und die Schwächen des Gegners auszunutzen. Unabhängig vom Spielstand. Darüber hinaus sollte man sich immer Ziele setzen, die für einen selbst erreichbar sind. Somit bekommt man auch mehr Ehrgeiz und Ansporn."

 

 

Ich danke Stefan Fegerl recht herzlich, und bedanke mich auch bei Alexander Schilling (Pressesprecher Borussia Düsseldorf), dass er mir den Kontakt hergestellt hat. Ich wünsche Stefan alles Gute auf seinem weiteren privaten und sportlichen Weg. Ende der Saison wird er Borussia Düsseldorf verlassen. Stefan Fegerl ist im Dezember zum zweiten Mal Vater geworden. 

 

Fotos (3): Klaus Dieter Weber

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