Wie du mit Katastrophen wie in Münster umgehen solltest, oder auch: "Be the change you want to see in the world"

Die Amokfahrt von Münster sorgte am Wochenende für trauriges Aufsehen. Bei mir natürlich auch, denn ich wohne ganz in der Nähe von Münster und war an diesem Samstag sogar selbst noch in Münster. Allerdings Gott sei Dank nicht im gefährlichen Bereich, sondern nur am Bahnhof auf Durchreise. Seit diesem Tag habe ich viel darüber nachgedacht, was ich meinen Blog-Lesern mitgeben will. Aus so einem Ereignis ergeben sich immer viele Botschaften, die mir einfallen. Und diese will ich dir in diesem Blog nun Punkt für Punkt mitgeben. Wenn du diese Dinge als mentale Gewohnheiten in dein Leben installierst, wirst du aus traurigen Vorfällen in Zukunft Energie ziehen, um mit einem positiveren Mindset durch dein Leben zu gehen.

 

1) Werde aktiv für das Gute und vermeide allzu lange Trauer

 

Ich kann das Verhalten der Menschen grundsätzlich verstehen, trotzdem "nervt" es mich manchmal, wenn ich nach so einem Ereignis gefühlt ausschließlich sehe, wie nicht-beteiligte Menschen am Tatort Kerzen anzünden und sich weinend im Arm liegen. Ich will mich keinesfalls darüber lustig machen! Trauer braucht einen Raum und muss nach außen getragen werden. Es geht mir hier ums Prinzip: Was ändert sich langfristig, wenn ich eine Kerze anzünde? Was hilft es, wochen- oder monatelang nur traurig zu sein, zu weinen und darüber zu klagen, wie schlimm die Welt ist? Was bringt es wirklich, sich in einer Menschenkette an die Hände zu fassen, wieder traurig zu sein und sich nochmal weinend im Arm zu liegen? Es trägt zu keinerlei wirklichen Verbesserung der Situation bei. Nochmal: Damit ist keinesfalls gemeint, dass du ab jetzt bei traurigen Ereignissen keine Trauer mehr zeigen oder eine Kerze anzünden sollst. Vielmehr sollen dich diese Worte dazu anregen, über deinen persönlichen Umgang mit traurigen Vorfällen oder Mord und Totschlag nachzudenken. Frage dich: Auch wenn es mich sehr betroffen macht, was kann ich in dieser Situation am besten tun, um mich trotzdem so gut wie möglich zu fühlen? Bei den folgenden Punkten findest du sicherlich Inspiration.

 

2) Die Welt wird nicht schlechter, oder: "Where Attention goes, energy flows"

 

Menschen mit einem negativen Mindset sehen solche Taten als Beweis dafür, dass die Welt immer schlechter und die Menschen immer böser werden. Tatsächlich gibt es dafür aber wahrscheinlich wenige (statistische) Indizien. Wer die Zeit, in der wir leben, einmal objektiv betrachtet, kommt sogar zur gegenteiligen Feststellung. Wahrscheinlich gab es niemals eine Zeit, in der wir Menschen,
zumindest hier in Deutschland, sicherer gelebt haben.
Kriege sind hoffentlich für immer vorbei, es werden keine Bomben über Deutschland abgeworfen, und das gilt auch für den Großteil der restlichen Welt. Natürlich gibt es schlimme Kriegsgebiete, in denen viel Ungerechtigkeit und beschissene Dinge passieren. Ich will dir nur klarmachen, dass deine gefühlte Angst nach solchen Ereignissen eher unbegründet sind. Natürlich KANN uns allen so etwas auch passieren.

 

Klar, dir kann immer und überall theoretisch etwas schlimmes widerfahren. Wenn du aus dem Haus gehst, kann dir auch ein Flugzeug auf den Kopf fallen. Alles nicht komplett ausgeschlossen. Nur ich rate dir dringend, diese Angst abzulegen, wenn du ein freies und glückliches Leben führen willst. Ereignisse wie die in Münster liegen völlig außerhalb deines Kontrollbereichs. Und wir Menschen hassen Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Auch mich betrifft das durchaus, und ich hatte zum Beispiel letztens vor meinem ersten Flug etwas Angst vor diesem Kontrollverlust. Doch wenn du eine ganz große Sache im Leben lernen musst, dann ist es das loslassen. Du musst loslassen von Verantwortung, Kontrolle und letztendlich musst du irgendwann auch jeden Menschen loslassen, den du kennst. Je früher du lernst, gedanklich (und manchmal am besten auch praktisch) von etwas oder jemandem loszulassen, desto befreiter und glücklicher wirst du dein Leben führen. Fange an, die Dinge zu kontrollieren, die du kontrollieren kannst. Das ist jede Menge!

 

Lass dir nicht einreden, dass die Welt schlechter wird. Das ist höchstens dein subjektives Empfinden, das auch noch durch viele Medien verstärkt wird. Diese berichten nun mal in der Regel fast nur über Sachen, die schief laufen, und nicht über das, was gut geht. Natürlich sterben wesentlich mehr Menschen eines natürlichen Todes als durch einen Amokfahrer, der sie tot fährt. Das ist für die Angehörigen der Todesopfer solcher Ereignisse ein schwacher Trost, ich weiß. Aber es soll einfach verdeutlichen, dass wir alle uns meistens Gedanken über negative Dinge machen, die zu 99,99% sowieso niemals eintreffen. Beschäftige dich mit den Dingen, die viel wahrscheinlicher sind. Sieh das Gute in der Welt und suche auch in anderen Menschen nach dem Guten. Sage dir: Ich finde, dass alles auf der Welt immer besser wird, und ich suche nach Beweisen dafür! Where Attention goes, energy flows!

 

3) Erkenne das Wunder des Lebens - bei dir selbst und bei anderen

 

Dass du auf der Welt bist und auch alle Menschen die du kennst, ist ein gigantischer Zufall. Und das ist noch recht zurückhaltend ausgedrückt. Von Anbeginn der Zeit (!), also bis zu deinen Urahnen, musste alles klappen, damit DU auf die Welt kommen konntest. Und dass du dich vor deiner Geburt gegen über 300 Millionen Spermien "Durchgesetzt" hast, weißt du hoffentlich auch. Dass unsere wunderschöne Erde in dieser Form bewohnbar entstanden ist, ist fast noch ein größerer Zufall. Ein astronomischer Glücksfall, der seinesgleichen sucht. Und nichts, wirklich nichts ist selbstverständlich. Nicht dein Leben, das Leben anderer Menschen, das Leben aller Tiere und das blühen wunderschöner Pflanzen auf der Erde. Es ist ein riesiges Wunder, das wir alle überhaupt DA SIND. Ich rede jetzt grundsätzlich nur darüber, dass wir am Leben sind. Hast du dir das schon einmal klar gemacht? Wenn dir das wirklich mal bewusst wird (ich gebe zu, das dauert je nach Persönlichkeit schon mal lange), wirst du den Wert deines eigenen Lebens sehr deutlich erkennen. Du wirst dich selbst als Geschenk für die Welt sehen, denn das bist du! Das Leben ist ein Geschenk! Und was du in dir selbst erkennst, das kannst du auch in anderen Menschen sehen. Wenn dir das also bewusst wird, dann wirst du sehr viel liebevoller und respektvoller mit deinen Mitmenschen umgehen. Denn du siehst auch in anderen Menschen das Wunder des Lebens. Mir fällt gerade ein Beitrag vom begnadeten Cartoonisten Ralph Ruthe ein, den er vor einiger Zeit bei Facebook postete. Denk mal darüber nach: 

Die Bedienung beim Mittagessen ist nett und aufmerksam zu dir? Sag ihr, dass dich das freut!

Jemand hat dir heute die Tür aufgehalten? Mach das auch für den Typen hinter dir! Deine Kollegin/dein Kollege ist der Grund, wieso du in der Firma noch nicht komplett bescheuert geworden bist? Sag dieser Person Danke! Einfach so, jetzt!
Das ist keine Gutmenschen-Esoterik-Scheiße, das ist normal sein. Das ist realisieren, dass jedes bisschen Nettigkeit mehr bringt, als fremde Leute anzubrummeln. Immer.
Wir sitzen auf einem Klumpen Dreck, der durch eine bizarre Aneinanderreihung von Zufällen im 2,7 Kelvin kalten Weltall schwebt. Und nichts, wirklich absolut nichts wird besser, wenn man nicht einfach mal nett ist zu Menschen. Liebe!  (Quelle: Ruthe bei Facebook). 

 

4) Sei kein Opfer, sei ein Gewinner und ein Macher!

 

Im Zuge der Amokfahrt in Münster habe ich gelesen, dass sich der Täter oft als Opfer fühlte. Als Opfer von Misshandlung, Verschwörung, Betrug. Als Opfer von quasi allem. Mit einer Opferhaltung kommst du im Leben keinen Zentimeter weiter, höchstens Richtung Abgrund. Wenn du den vorherigen Punkt mit dem Wunder des Lebens wirklich verstanden hast, brauche ich diesen Punkt mit dem Opfer wohl nicht wirklich weiter auszuführen. Inwiefern soll denn irgendein Mensch ein Opfer sein? Wir sind alle seit unserer Geburt Gewinner und haben die Möglichkeit, uns ein großartiges Leben zu erschaffen. Zugegeben, das wird uns natürlich nicht immer leicht gemacht, aber trotzdem sind wir alle Gewinner, die die Möglichkeit dazu haben. Alles andere ist blödes Jammer- und Opfergelaber. Wenn du von deinem Umfeld ernst genommen werden willst, musst du erst mal raus aus der Opferrolle kommen. Sonst wirst du schlimmstenfalls irgendwann sogar selbst dein eigenes (Todes)Opfer. Harte, aber hoffentlich eindringliche Worte. 

 

5) Erfolg und Glück beginnt immer klein. Wie sieht es in deinem Leben und deinem Umfeld aus?

 

Einen enorm wichtigen Punkt habe ich für dich zum Schluss. Wie sieht es denn mit den zwischenmenschlichen Werten in deinem Leben aus? 

Erfolg und Glück entwickelt sich immer von innen nach außen. 
Von klein nach groß. 

Von zuhause in die große weite Welt. 

 

Was meine ich damit? Wie sollst du eine positive Inspiration für andere Menschen sein, wenn du das nicht mal in deiner eigenen kleinen Welt hin bekommst? Wie sieht es aus in deiner Partnerschaft, in deiner Familie, in deinen Freundschaften, auf deiner Arbeit? Bist du dort ein Vorbild? Lebst du dort die Werte und das Verhalten, das du auch in der Welt sehen möchtest? Du musst immer in den eigenen vier Wänden anfangen und dort vorbildlich handeln. "Erfolg beginnt immer zu Hause und im Innen anstatt im Außen" sagte auch einmal mein Coach-Kollege Tobias Beck. Das gilt für ALLE Lebensbereiche. Wenn du zum Beispiel mit kleinen Geldbeträgen schlecht umgehst und den berühmten "Pfennig" nicht ehrst, warum sollte dir das Leben dann einen großen Geldbetrag schenken? Zeige, dass du mit dem gut umgehst, was du hast. Dann wirst du auch mehr davon bekommen und du qualifizierst dich dafür, ein leuchtendes Vorbild für andere zu sein. 

Ich habe eine spannende Aufgabe für dich: Mir fällt gerade in Fußgängerzonen immer auf, dass die meisten Menschen mit ernster Miene durch die Straßen gehen. Wenn du das nächste mal an einer belebten Straße bist, dann lächle einfach. Solange du kannst. Such dir einen interessanten Punkt an der Straße, freue dich über Kleinigkeiten und lächle einfach. Das wird dich so positiv von den meisten Menschen abheben. Erkenne das Wunder in alltäglichen Situationen. Wenn du im Stau stehst, dann vergeude deine Energie nicht, um dich darüber aufzuregen. Genau wie einen Amoklauf kannst du auch das nicht verändern. Mach dann einfach mal das Gegenteil der breiten Masse: Lächle den Stress weg. Bodo Schäfer schrieb in seinem herausragenden Buch "Die Gesetze der Gewinner": Verwandeln Sie Frustration in Faszination. Versuche, in stressigen und nervigen Situationen diesen Perspektivwechsel hinzubekommen! 

Ich hoffe, dass du aus meinem Blog viel Inspiration bekommen konntest, in Zukunft anders oder besser mit traurigen Ereignissen, Todesfällen, Amokläufen und Co. umzugehen. Diese fünf Punkte sollten fester Bestandteil deiner Persönlichkeitsentwicklung werden, Amokläufe hin oder her. Mein Mitgefühl geht auf diesem Wege natürlich auch an die Angehörigen der Todesopfer und alle Menschen, die unmittelbar von dieser Tat betroffen sind. 

 

Abschließend noch ein Impuls: Kein Mensch wird mit solchen Absichten geboren. Im Ursprung trägt jeder Mensch zu 100% Liebe in sich. Auch der Täter von Münster und alle anderen Mörder. Das heißt, dass solche Menschen entweder im Laufe des Lebens selbst ihr Herz vergiften oder dies von anderen Menschen vergiften lassen. Der Input bestimmt den Output, diese Lebensregel ist so wichtig wie kaum eine andere. Wenn du dich mit Hass und Wut "fütterst", dann kommt es auch irgendwann wieder aus dir heraus. Fütterst du dich mit Liebe, Wertschätzung, Respekt, Faszination statt Frustration, Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft, so kommt auch das aus dir wieder heraus.

 

Der Täter aus Münster hat leider den falschen Weg gewählt. Wähle du den richtigen und fülle deine Seele mit positivem Input. Es ist heutzutage wichtiger denn je, für seine seelische Gesundheit zu sorgen. Aktiv, und NICHT erst, wenn du krank bist!

 

Viel Spaß auf dieser spannenden Reise, 

 

Dein Alexander Bitting

Persönlichkeitsentwicklung & Mentalcoaching

 

 

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