Auch für die Verarbeitung positiver Erlebnisse musst du dir Zeit nehmen - meine Learnings aus meiner Verlobungswoche

In letzter Zeit ist in meinem Leben viel aufregendes passiert. Anfang März habe ich mein Buch veröffentlicht und auch schon einige Exemplare verkauft. Ich habe viele Menschen deshalb kontaktiert und bin auch schon in zwei großen Presseartikeln erschienen. Alles neue Eindrücke, die ich so in dieser Form nicht kannte. 

 

In dieser Woche kamen dann noch einmal ganz spezielle neue Eindrücke dazu: Ich bin mit meiner Freundin Caroline nach Bad Iburg gefahren und hatte dort einen speziellen "Plan". Auf dem Weg zu einer gemütlichen Waldwirtschaft wollte ich ihr einen Heiratsantrag machen. Im Wald sind wir an einer schönen, hohen Stelle dann bei einer Bank vorbeigekommen. Ich wusste: Alex, das ist ein passender Ort, um mit Caro eine spezielle Pause zu machen. Nach kurzem Zögern habe ich ihr dann meinen Antrag ins Ohr geflüstert und sie hat begeistert JA gesagt. Im Anschluss holte ich aus meinem Rucksack noch zwei Ringe, die ich vor dem Urlaub gekauft hatte. Ein Moment wie im Bilderbuch. Es war so gelaufen, wie ich mir das nur wünschen konnte. 

 

Wir gingen glücklich weiter zur Waldwirtschaft und stießen dort auf die Verlobung an. Mit zwei Tischnachbarn teilten wir unser Glück. Das war am Dienstag, 16. April am Nachmittag. 

 

Nun bekommt man ja in so einem Urlaub sowie ständig neue Eindrücke. Da merkte ich auf einmal im Laufe des Dienstags und auch vor allem des Mittwochs, wie mir diese Eindrücke etwas zu Kopf stiegen. Ich war sehr "im Kopf unterwegs" und konnte deshalb zum Teil körperlich nicht mehr so gut entspannen. Denn zusätzlich zur sowieso schon aufregenden Verlobung hatte ich mich auch schon mal mit meiner Freundin über Themen wie Hochzeitsfeier und Kinderplanung unterhalten. Alles schöne Dinge, aber auch wiederum neue Eindrücke, die ich so bisher in meinem Leben nicht kannte. Gerade nach meiner Vergangenheit, wo ich wenige Beziehungserfahrungen mit Frauen gesammelt hatte. Also alles weitere Dinge, die erst mal in meinem Kopf arbeiten mussten. 

 

Am Mittwochnachmittag hatte ich dann einen "Mini-Koller". Mein Kopf war schwer und ich entschloss mich dazu, mir eine kleine persönliche Auszeit zu nehmen. So ist meine Freundin in der Ferienwohnung geblieben und ich machte einen kleinen Spaziergang durch die Umgebung. Auf dem folgenden Foto sitze ich gerade alleine auf einer Bank und lasse den Blick durch die Gegend schweifen. 

Da merkte ich auf einmal, dass sich in mir vieles aufgestaut hatte und ich einfach mal wieder 1-2 Stunden Zeit für mich brauchte. Das ist auch kein Problem für meine Freundin, die mir dann diese Freiheiten lässt. Und vor allem hat das nichts damit zu tun, dass meine Freundin mir in irgendeiner Form auf die Nerven geht. Ganz im Gegenteil. Ich bereue keine Sekunde den Antrag oder auch keinen anderen Moment im Urlaub. Ich nehme mir dann eine kleine Auszeit, WEIL ich meine Freundin liebe. Nicht, obwohl ich sie liebe. 

 

Liebe und Freiheit gehören für mich unmittelbar zusammen. Eine Liebe, ohne sich Freiheiten zu lassen, ist für mich keine Liebe. 

 

Denn von diesen Auszeiten, in denen ich einfach  mal keinen ständigen Reizen ausgesetzt bin, profitiere im Endeffekt nicht nur ich, sondern auch meine Freundin. Ich kann wieder klarer denken und meine Gedanken springen nicht ständig zwischen Verlobung, Kinderplanung, Hochzeit und anderen Dingen wie Beruf und Buchveröffentlichung hin und her. 

 

Dadurch, dass ich von kleinen Auszeiten wieder entspannter zurück komme, ist natürlich auch meine Freundin entspannter. Wenn du selbst in einer Beziehung bist, wirst du wissen, wie sich die eigene Stimmung super schnell auf den anderen auswirkt, stimmts? 

Oft liest du im Bereich Persönlichkeitsentwicklung nur davon, dass du deine Ängste und Probleme aufarbeiten musst. Dass du dir dafür Zeit nehmen musst, um dich dort heraus zu kämpfen. Alles völlig richtig, doch mein dringender Impuls in diesem Blog lautet:

 

Nimm dir in Zeiten des Erfolgs und des Glücks genauso Zeit und Abstand, um diese Erlebnisse zu verarbeiten.  

 

In letzter Zeit sind viele gute Dinge bei mir passiert. Buchveröffentlichung, neue Menschen kennengelernt, Verlobung, Urlaub, Hochzeitsgedanken und so weiter... Wenn man da keine klaren Prioritäten hat und dies nicht verarbeitet, kann man genauso gut in ein Loch fallen wie bei einer negativen Überlastung. 

 

Ich habe beide Extreme erlebt. Ich war 2011 seelisch völlig negativ überladen. Heute passieren eher viele gute Dinge bei mir, natürlich auch deshalb, weil ich es mir erarbeitet und verdient habe. Und ich würde wiegesagt auch keine einzige Sache davon bereuen. Ich würde niemals wieder von meiner Buchveröffentlichung oder meinem Heiratsantrag "zurücktreten", wenn ich es könnte. 

 

Nur in dieser Phase ist mir auch gerade im Urlaub in Bad Iburg nochmals ein Punkt besonders bewusst geworden (und auch nur deshalb, weil ich mir diese kleine Auszeit am Mittwoch genommen habe): 

 

ICH SELBST muss immer der wichtigste Mensch in meinem Leben bei diesem ganzen Wusel bleiben!

 

Ich muss dafür sorgen, dass es mir gut geht, dass ich ausgeglichen bin, dass ich gesund bin, dass ich meine Werte und meine Bedürfnisse auslebe. Denn wenn ich das nicht tue, hat auch niemand in meinem Umfeld etwas von mir. Auch, wenn ich mal Kinder haben werde und meine beruflichen Herausforderungen weiterhin ansteigen, muss ich selbst immer die Nummer 1 in meinem Leben bleiben. Denn auch Kinder haben rein gar nichts davon, wenn sich die Eltern ausschließlich für die Kinder aufopfern und sich überhaupt keine Zeit mehr für sich selbst nehmen - oder für die Liebesbeziehung. 

 

Das ist überhaupt keine Form von negativem Egoismus, sondern eine Notwendigkeit, um wirklich gesund und erfüllt zu bleiben. Auszeiten gehören immer dazu - sowohl in Zeiten des Erfolgs als auch des Unglücks. 

 

Wie kannst du das nun schaffen? Ein ganz tolles Mittel, um sich seelisch zu entspannen und dem Wusel zu entfliehen, ist der Inspirationstag. Ich führe diesen monatlich durch und habe dazu auch mal einen Blog geschrieben (SCHAU HIER). Wichtig ist einfach, dass du dir Zeit für dich selbst BLOCKST. Dass du diese Zeiten fest im Kalender einplanst und dass du dann wirklich alleine irgendwo hinfährst. Wohin ist egal, Hauptsache du fühlst dich wohl und kannst wirklich von deinen alltäglichen Herausforderungen abschalten. Auch dann - um das noch mal zu betonen - wenn die alltäglichen Herausforderungen sehr positiv sind. Wiegesagt, auch diese muss man erst mal verarbeiten. Ich habe es in dieser Verlobungswoche nochmal spürbar am eigenen Leib erfahren. 

 

Hast du diese Erfahrungen auch bereits gemacht? Ist dir irgendeine Form von Erfolg, Glück oder positiver Reizüberflutung auch schon mal etwas zu Kopf gestiegen? Lass uns über dieses interessante Thema gerne austauschen. Schreib einfach einen Kommentar unter diesen Blog oder sende eine Nachricht an info@alexander-bitting.de

 

Herzlichen Dank fürs Lesen und viele Grüße, 

 

dein Alexander Bitting 

Inspiration // Wachstum // Erfolg

 

P.S.: Die hübsche Dame auf dem letzten Foto ist natürlich meine Verlobte Caro. ;-) 

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